Natur-Beschäftigung für Kinder: 20 Ideen für draußen ohne Vorbereitung

Draußen sein sollte für Kinder eigentlich ganz selbstverständlich sein und trotzdem ist es im Alltag manchmal gar nicht so einfach. Bei uns passiert es immer wieder, dass ich denke: „Jetzt gehen wir einfach raus, dann beschäftigen sich die Kinder bestimmt von selbst.“ Und manchmal klappt das tatsächlich. Aber manchmal steht meine Tochter schon nach wenigen Minuten wieder vor mir und fragt: „Was machen wir jetzt?“ Dabei wünsche ich mir draußen oft genau das, was sich viele Eltern wünschen: frische Luft, Bewegung, zufriedene Kinder und vielleicht sogar ein paar Minuten, in denen ich nicht ständig neue Ideen liefern muss. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass Kinder draußen oft gar kein großes Programm brauchen. Häufig reicht schon ein kleiner Impuls, damit sie selbst ins Spielen, Entdecken oder Bewegen kommen. Genau deshalb habe ich diese Ideen gesammelt.

Du findest hier einfache Beschäftigungsideen für Kinder von 1 bis 6+ Jahren, die:

• ohne Vorbereitung funktionieren
• kein Spielzeug erfordern (aber ergänzt werden können)
• die natürliche Neugier deines Kindes nutzen
• und oft zu deutlich längerer, selbstständiger Beschäftigung führen

Denn gerade draußen sind es oft die einfachsten Dinge, die Kinder faszinieren: ein besonderer Stein, ein Stock, ein Käfer auf dem Weg oder eine kleine Aufgabe, die plötzlich zum Abenteuer wird. Viele dieser Ideen entstehen ganz nebenbei beim Spazierengehen, im Garten oder auf dem Spielplatz. Vielleicht helfen sie auch deinem Kind dabei, länger draußen beschäftigt zu bleiben und dir dabei, den Alltag ein kleines Stück entspannter zu machen.

Nicht vergessen: Sonnencreme und ein leichter Sonnenhut* schützen dein Kind zuverlässig beim Spielen in der Sonne!

 

Natur entdecken & sammeln

Viele der Beschäftigungsideen, die bei meinen Kindern draußen am längsten funktionieren, sind gleichzeitig die einfachsten. Oft braucht es kein Spielzeug und keine Vorbereitung – ein paar Blätter, Steine oder Stöcke reichen völlig aus. Kinder entdecken die Natur ganz anders als Erwachsene. Während wir oft einfach weitergehen, bleiben sie plötzlich stehen, betrachten einen besonderen Stein oder sammeln begeistert Dinge, die wir kaum wahrnehmen würden. Genau deshalb entstehen draußen oft die längsten Spielphasen, wenn Kinder sammeln, fühlen, vergleichen und ausprobieren dürfen. Mit einem kleinen Impuls wird aus einem Spaziergang schnell eine spannende Entdeckungsreise und viele Kinder finden ganz von selbst ins Spielen.

 

1. Blätter sammeln und vergleichen

Gerade im Herbst bleiben meine Kinder draußen ständig stehen, um besondere Blätter aufzuheben. Manche sind riesig, andere ganz klein, manche rascheln laut und andere fühlen sich überraschend weich an. Aus einem einfachen Spaziergang wird so schnell eine kleine Entdeckungsreise.

Dein Kind kann dabei:

  • verschiedene Farben entdecken
  • große und kleine Blätter vergleichen
  • Blätter fühlen, zerknüllen oder rascheln hören

1–3 Jahre: Einfach sammeln, anfassen und fallen lassen – hier geht es vor allem ums Fühlen und Erleben.

3–5 Jahre: Blätter nach Farben oder Größen sortieren und Unterschiede bewusst wahrnehmen.

6+ Jahre: Viele Kinder beginnen jetzt von selbst zu vergleichen, kleine Sammlungen anzulegen oder besondere Blätter für Bastelideen mitzunehmen. Du kannst zusätzlich kleine Suchaufgaben stellen wie: „Findest du das größte Blatt?“ oder „Wer entdeckt zuerst drei unterschiedliche Blätter?“

Tipp: Bei uns funktioniert es oft besonders gut, wenn ich kleine Suchaufgaben stelle. Das macht die Suche spannender und viele Kinder sammeln dadurch deutlich länger weiter.

2. Steine entdecken und sortieren

Ich bin immer wieder überrascht, wie spannend einfache Steine für Kinder sein können. Während Erwachsene oft nur einen Stein sehen, entdecken Kinder plötzlich besondere Formen, Farben oder Muster und sammeln begeistert ihre kleinen Schätze.

Dein Kind kann:

• Steine sammeln und transportieren
• nach Größe oder Farbe sortieren
• kleine Stapel bauen

1–3 Jahre: Steine aufheben, in die Hand nehmen, fallen lassen oder von einem Ort zum anderen tragen.

3–5 Jahre: Steine vergleichen und sortieren, zum Beispiel nach groß und klein oder hell und dunkel.

6+ Jahre: Kleine Bau- oder Balance-Challenges ausprobieren: „Wie viele Steine kannst du übereinander stapeln?“ oder „Schaffst du einen Turm, der stehen bleibt?“

 

3. Stöcke sammeln und damit spielen

Aus einem einfachen Stock wird bei Kindern erstaunlich schnell etwas ganz anderes. Mal ist er ein Zauberstab, mal ein Kochlöffel für die Matschküche und manchmal einfach nur ein spannender Fund, der unbedingt mitgenommen werden muss. Gerade weil Stöcke so vielseitig sind, beschäftigen sich viele Kinder draußen lange damit und entwickeln ganz von selbst neue Spielideen.

Dein Kind kann:

• Stöcke tragen oder hinter sich herziehen
• damit in Erde oder Sand malen
• einfache Formen oder Linien legen

1–3 Jahre: Stöcke greifen, herumtragen und erste Spuren im Boden ziehen.

3–5 Jahre: Linien, Kreise oder einfache Bilder in Erde oder Sand malen.

6+ Jahre: Kreative Aufgaben ausprobieren, zum Beispiel Muster aus mehreren Stöcken legen oder kleine Bilder aus Naturmaterialien gestalten.

 

4. Blumen anschauen und vorsichtig entdecken

Viele Kinder bleiben draußen ganz von selbst stehen, wenn sie bunte Blumen entdecken. Sie möchten daran riechen, die Farben vergleichen oder die Blütenblätter genauer anschauen. Gerade für ruhigere Kinder kann das eine schöne Möglichkeit sein, die Natur bewusst wahrzunehmen.

Dein Kind kann:

• Farben benennen
• Blüten vorsichtig berühren
• an Blumen riechen

Tipp: Sprich mit deinem Kind darüber, warum Blumen vorsichtig behandelt werden sollten. So entstehen ganz nebenbei erste Gespräche über Natur, Tiere und Rücksicht auf die Umwelt.

 

5. Natur-Schatzsuche (mit kleinen Aufgaben)

Wenn meinen Kindern beim Spazierengehen langsam langweilig wird, helfen oft schon ganz kleine Suchaufgaben. Plötzlich wird aus dem Weg eine Schatzsuche und aus einfachen Naturmaterialien werden spannende Fundstücke. Dein Kind bekommt kleine Aufgaben und sucht gezielt nach bestimmten Dingen in seiner Umgebung.

1–3 Jahre: Sehr einfache Aufgaben wie: „Finde einen Stein“ oder „Such ein Blatt“.

3–5 Jahre: Kleine Sammelaufträge wie: „Finde 3 Zapfen“ oder „Suche etwas Rundes“.

6+ Jahre: Kleine Natur-Challenges wie: „Finde etwas Weiches, etwas Hartes und etwas Grünes“ oder „Entdecke fünf verschiedene Naturmaterialien“.

Tipp: Ein kleiner Kinderrucksack* macht das Sammeln noch spannender. Viele Kinder tragen ihre gefundenen Schätze dann besonders stolz selbst nach Hause.

 

6. Farben in der Natur entdecken

Manchmal brauchen Kinder nur eine ganz kleine Aufgabe, um ihre Umgebung plötzlich viel genauer wahrzunehmen. Die Suche nach bestimmten Farben funktioniert fast überall: im Garten, auf dem Spielplatz oder beim Spazierengehen. Aus einem einfachen Weg wird so schnell ein kleines Suchspiel.

1–3 Jahre: Du zeigst auf Dinge und benennst die Farben – dein Kind entdeckt sie gemeinsam mit dir.

3–5 Jahre: Kleine Suchspiele wie: „Wo siehst du etwas Grünes?“ oder „Finde etwas Gelbes“.

6+ Jahre: Die Suche etwas schwieriger machen: „Finde fünf verschiedene Grüntöne“ oder „Welche Farben findest du am häufigsten?“

 

7. Naturbilder legen

Aus Blättern, Steinen, Stöcken oder Blütenblättern entstehen draußen oft die schönsten Kunstwerke. Kinder sammeln verschiedene Naturmaterialien und legen daraus eigene Bilder, Muster oder Fantasiefiguren.

1–3 Jahre: Steine, Blätter oder Stöcke nebeneinanderlegen und erste Muster entstehen lassen.

3–5 Jahre: Einfache Bilder gestalten, zum Beispiel eine Sonne, eine Blume oder ein Gesicht.

6+ Jahre: Aufwendigere Muster, Tiere oder kleine Kunstwerke aus verschiedenen Naturmaterialien legen.

Tipp: Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Viele Kinder werden besonders kreativ, wenn sie selbst entscheiden dürfen, welche Materialien sie verwenden und was daraus entstehen soll.

 

Bewegung & Auspowern

Manche Kinder möchten draußen vor allem eines: rennen, springen, klettern und sich bewegen. Gerade nach einem langen Kita-Tag oder wenn zuhause die Energie überzuschäumen scheint, reicht stilles Entdecken oft nicht aus. Das merke ich besonders bei meiner Tochter. Wenn sie viel Energie hat, helfen kleine Bewegungsaufgaben oft deutlich besser als ruhige Beschäftigungen. Sobald sie sich richtig ausgetobt hat, wird sie meist von ganz allein ruhiger und konzentrierter. Dafür braucht es oft keine aufwendigen Spiele oder besondere Ausrüstung. Schon einfache Ideen wie Rennen, Balancieren oder kleine Herausforderungen können Kinder lange beschäftigen und ihnen helfen, ihre Energie sinnvoll loszuwerden. Die folgenden Ideen eignen sich besonders für Kinder, die draußen nicht nur entdecken, sondern vor allem aktiv sein möchten.

 

8. Rennen und Stoppen („Lauf! – Stopp!“)

Dieses Spiel funktioniert oft sofort, weil Kinder dabei einfach losrennen dürfen. Gleichzeitig sorgt das Stoppsignal dafür, dass sie aufmerksam bleiben und schnell reagieren müssen. Dein Kind läuft los und bleibt auf dein Signal hin stehen. Danach geht es direkt wieder weiter.

1–3 Jahre: Kurze Strecken laufen und auf einfache Signale reagieren.

3–5 Jahre: Das Spiel mit Richtungswechseln oder lustigen Bewegungen erweitern.

6+ Jahre: Schwieriger machen, zum Beispiel nur bei einem bestimmten Wort stoppen oder mehrere Kommandos kombinieren.

Tipp: Bei uns sorgen kleine Überraschungen oft für die meiste Begeisterung. Statt nur „Stopp!“ kannst du auch Kommandos wie „Spring!“, „Dreh dich!“ oder „Hock dich hin!“ einbauen.

 

9. Auf Linien balancieren

Viele Kinder beginnen ganz von selbst zu balancieren, sobald sie einen Bordstein, eine Mauer oder eine Linie auf dem Boden entdecken. Aus einem normalen Weg wird plötzlich eine kleine Herausforderung: „Schaffe ich es bis zum Ende, ohne herunterzufallen?“ Super geht das auf Bordsteinen, Pflasterwegen oder niedrigen Mauern.

1–3 Jahre: Mit deiner Hand oder langsam an einer Linie entlang gehen.

3–5 Jahre: Alleine balancieren und kleine Aufgaben einbauen, zum Beispiel die Arme ausbreiten oder besonders langsam gehen.

6+ Jahre: Kleine Challenges ausprobieren, zum Beispiel rückwärts balancieren oder mit einem Gegenstand in der Hand.

Tipp: Lobe kleine Fortschritte statt nur das Ergebnis. Viele Kinder bleiben motiviert, wenn sie merken, dass sie mit jedem Versuch sicherer werden.

 

10. Hügel hoch- und runterlaufen

Was für Erwachsene nur ein kleiner Hügel ist, wird für Kinder oft zu einem spannenden Abenteuer. Viele Kinder laufen immer wieder nach oben, rennen herunter und starten direkt den nächsten Versuch. Dabei brauchen sie weder Spielzeug noch eine Anleitung, die Bewegung selbst macht ihnen Spaß.

1–3 Jahre: Langsam hochlaufen, eventuell an deiner Hand.

3–5 Jahre: Alleine hoch- und runterlaufen oder kleine Wettläufe ausprobieren.

6+ Jahre: Varianten wie seitliches Laufen, kleine Sprünge oder eigene Mini-Parcours einbauen.

 

11. Verstecken spielen 

Verstecken gehört zu den Spielen, die bei vielen Kindern fast immer funktionieren. Draußen wird es oft noch spannender, weil plötzlich Bäume, Sträucher oder Spielgeräte zu möglichen Verstecken werden. Schon einfache Varianten sorgen für Bewegung, Spaß und viele kleine Erfolgserlebnisse.

Wichtig: Verstecken spielen funktioniert am besten in überschaubaren Bereichen wie dem Garten oder auf auf einem klar abgegrenzten Spielplatz. Gerade kleinere Kinder sollten dabei nicht zu weit weglaufen können. Für Orte mit vielen Versteckmöglichkeiten und größeren Entfernungen, wie zum Beispiel im Wald, eignet sich das Spiel meist weniger. Außerdem finden viele jüngere Kinder es nicht lustig, wenn Mama oder Papa plötzlich „verschwunden“ sind und sie längere Zeit suchen müssen. Für sie ist es oft schöner, selbst das Verstecken zu übernehmen und die Eltern suchen zu lassen.

1–3 Jahre: Einfaches Kuckuck-Spiel: kurz verstecken und wieder auftauchen.

3–5 Jahre: Einfache Verstecke nutzen und aktiv suchen.

6+ Jahre: Richtiges Versteckspiel mit Zählen und festen Regeln.

 

12. Bewegungs-Parcours mit Umgebung

Für einen spannenden Parcours brauchst du draußen oft gar nichts vorzubereiten. Bäume, Steine, Bordsteine oder kleine Hügel werden ganz von selbst zu Stationen, die dein Kind überwinden kann. Aus einem normalen Spaziergang oder Spielplatzbesuch entsteht so schnell eine kleine Bewegungsaufgabe.

Dein Kind kann:

• über Steine steigen
• um Bäume laufen
• kleine Hindernisse überwinden

Du kannst zum Beispiel sagen: „Lauf bis zum Baum, spring über den Stein und geh dann zurück!“

1–3 Jahre: Sehr einfache Strecken wählen und gemeinsam starten.

3–5 Jahre: Mehrere Stationen miteinander kombinieren.

6+ Jahre: Eigene Parcours planen oder kleine Zeit-Challenges einbauen.

Tipp: Lass dein Kind den Parcours mitgestalten. Viele Kinder haben überraschend kreative Ideen und sind oft besonders motiviert, wenn sie die Aufgaben selbst aussuchen dürfen.

 

Beobachten & zur Ruhe kommen

Draußen muss nicht immer gerannt, geklettert oder getobt werden. Oft entstehen die schönsten Momente genau dann, wenn Kinder kurz stehen bleiben, etwas entdecken und ihre Umgebung ganz aufmerksam wahrnehmen. Manche Kinder beobachten eine Ameise auf dem Weg, lauschen den Vogelstimmen oder schauen neugierig den Wolken am Himmel zu. Gerade diese ruhigen Entdeckungsmomente werden oft unterschätzt, dabei können Kinder sich dabei erstaunlich lange beschäftigen. Die folgenden Ideen eignen sich besonders für Kinder, die draußen gerne beobachten, zuhören und die Natur mit allen Sinnen entdecken.

 

13. Tiere und Insekten beobachten

Manchmal reicht schon eine einzige Ameise, damit Kinder plötzlich stehen bleiben und alles um sich herum vergessen. Kleine Tiere wecken bei vielen Kindern ganz automatisch Neugier und laden zum Beobachten ein.

1–3 Jahre: Einfach schauen und staunen und du kannst benennen, was ihr seht.

3–5 Jahre: Gemeinsam überlegen: „Was macht die Ameise gerade?“ oder „Wohin läuft die Schnecke?“

6+ Jahre: Tiere genauer beobachten und vergleichen: „Welche Tiere bewegen sich schneller?“ oder „Was machen sie unterschiedlich?“

Tipp: Besonders spannend wird es für viele Kinder, wenn sie kleine Tiere genauer anschauen können. Eine Becherlupe* ist dafür ideal, denn so können Kinder Tiere beobachten, ohne sie anzufassen oder zu stören.

 

14. Vogelstimmen hören

Im Alltag gehen wir oft einfach weiter, ohne auf die Geräusche um uns herum zu achten. Für Kinder kann es aber überraschend spannend sein, kurz stehen zu bleiben und bewusst zuzuhören. Gemeinsam lauscht ihr den Vogelstimmen und versucht herauszufinden, was ihr alles hören könnt.

Tipp: Ihr könnt überlegen, welche Geräusche ihr hört oder ob sich unterschiedliche Vogelstimmen erkennen lassen.

 

15. Schatten entdecken und nachmachen

Sobald Kinder ihren eigenen Schatten bewusst entdecken, wird daraus oft ganz von selbst ein kleines Spiel. Sie springen, drehen sich oder heben die Arme und beobachten neugierig, wie der Schatten jede Bewegung mitmacht.

Dein Kind kann:

• den eigenen Schatten entdecken
• verschiedene Bewegungen ausprobieren
• versuchen, den Schatten „einzufangen“

1–3 Jahre: Einfach beobachten und erste Bewegungen ausprobieren.

3–5 Jahre: Arme heben, springen und schauen, was mit dem Schatten passiert.

6+ Jahre: Kreative Aufgaben ausprobieren, zum Beispiel bestimmte Formen darstellen oder gemeinsam Schattenfiguren erfinden.

Tipp: Mach selbst mit und probiert verschiedene Bewegungen aus. Viele Kinder finden es besonders spannend, wenn sie sehen, wie unterschiedlich die Schatten aussehen können.

 

16. Feder oder Blatt pusten

Manchmal braucht es nur ein Blatt oder eine Feder, damit ein kleines Spiel entsteht. Kinder beobachten neugierig, wie sich das leichte Material bewegt, und versuchen es mit ihrem Atem immer wieder in Bewegung zu halten.

1–3 Jahre: Einfach pusten und beobachten, wie sich das Blatt bewegt.

3–5 Jahre: Versuchen, das Blatt möglichst lange in der Luft zu halten.

6+ Jahre: Kleine Herausforderungen ausprobieren: „Wie weit kannst du das Blatt pusten?“ oder „Schaffst du es bis zum Baum, ohne dass es liegen bleibt?“

Tipp: Macht ein gemeinsames Spiel daraus und probiert verschiedene Blätter oder Federn aus. Kinder entdecken dabei oft selbst, welche sich besonders gut durch die Luft bewegen.

 

17. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ (Natur-Edition)

Dieses bekannte Spiel funktioniert draußen besonders gut, weil es überall etwas zu entdecken gibt. Statt Gegenständen im Wohnzimmer sucht ihr nach Dingen in der Natur und schaut eure Umgebung ganz bewusst an. Du beschreibst etwas, dein Kind muss es finden.

1–3 Jahre: Sehr einfache Hinweise wie „etwas Grünes“ oder „etwas Großes“.

3–5 Jahre: Farben, Formen oder einfache Eigenschaften erraten.

6+ Jahre: Schwierigere Hinweise geben, zum Beispiel „etwas Rundes, das sich bewegt“ oder „etwas, das größer ist als dein Schuh“.

Tipp: Wechselt euch mit den Hinweisen ab. Viele Kinder haben großen Spaß daran, selbst Rätsel auszudenken und die Erwachsenen suchen zu lassen.

 

18. Wolken anschauen und träumen

Manchmal braucht es draußen gar keine Aufgabe oder ein Spiel. Es reicht, sich gemeinsam ins Gras zu legen und in den Himmel zu schauen. Viele Kinder entdecken plötzlich Tiere, Gesichter oder Fantasiefiguren in den Wolken und beginnen ganz von selbst Geschichten dazu zu erfinden. Ich bin oft überrascht, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene dieselbe Wolke sehen. Während ich nur eine Wolke erkenne, entdeckt meine Tochter plötzlich einen Drachen, ein Pferd oder eine ganze Geschichte darin.

Dein Kind kann:

• Formen erkennen
• Geschichten erfinden
• zur Ruhe kommen

1–3 Jahre: Einfach gemeinsam schauen und zuhören, wenn du erzählst, was du in den Wolken erkennst.

3–5 Jahre: Einfache Formen entdecken wie Tiere, Autos oder andere bekannte Dinge.

6+ Jahre: Eigene Geschichten erfinden oder aus mehreren Wolken eine kleine Fantasiewelt entstehen lassen.

Tipp: Lass dein Kind erzählen, was es in den Wolken sieht. Oft entstehen dabei die lustigsten und kreativsten Geschichten.

 

19. Einfach still sein und Geräusche hören

Draußen gibt es oft viel mehr zu hören, als uns im Alltag bewusst ist. Wenn ihr für einen Moment stehen bleibt und einfach nur zuhört, entdecken Kinder häufig Geräusche, die ihnen vorher gar nicht aufgefallen sind. Mal rascheln Blätter im Wind, mal zwitschert ein Vogel oder irgendwo summt ein Insekt. Aus einer kurzen Pause wird so schnell ein kleines Entdeckungsspiel.

1–3 Jahre: Du benennst Geräusche: „Hörst du den Vogel?“ oder „Hörst du die Blätter?“

3–5 Jahre: Gemeinsam überlegen, welche Geräusche ihr hören könnt.

6+ Jahre: Geräusche unterscheiden, zählen oder versuchen herauszufinden, woher sie kommen.

Tipp: Macht daraus ein kleines Suchspiel und zählt gemeinsam, wie viele verschiedene Geräusche ihr entdecken könnt.

 

20. Picknick auf dem Boden

Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die Kindern besonders gefallen. Ein Snack, der normalerweise zuhause gegessen wird, fühlt sich draußen plötzlich wie ein kleines Abenteuer an. Ob im Garten, auf dem Spielplatz oder bei einem Spaziergang, schon eine kurze Picknickpause kann für viele Kinder etwas Besonderes sein.

Tipp: Mit einer wasserabweisenden Picknickdecke* wird selbst eine kurze Pause draußen schnell gemütlich. Viele Kinder genießen es außerdem, wenn sie ihre Snacks aus einer eigenen Snackdose* auspacken und selbstständig essen können.

 

Was draußen bei uns oft am besten funktioniert

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass Kinder draußen oft gar nicht viele Spielideen brauchen. Häufig reicht ein kleiner Impuls, damit sie selbst ins Spielen kommen. Besonders gut funktioniert es bei uns, wenn ich nicht sofort mehrere Vorschläge mache, sondern einfach eine einzige Idee anbiete. Aus einem Stein wird plötzlich eine Sammlung, aus einem Stock ein Zauberstab und aus einem Hügel ein kleines Abenteuer. Außerdem hilft es oft, kurz gemeinsam zu starten. Viele Kinder finden dadurch leichter ins Spiel und beschäftigen sich danach ganz von selbst weiter. Und wenn die Energie langsam nachlässt, ist ein kleiner Snack draußen bei uns fast immer ein Highlight. Egal ob auf dem Spielplatz, im Garten oder bei einem Spaziergang, draußen schmeckt das Essen irgendwie immer besser. Deshalb machen wir fast immer eine kleine Picknickpause, bevor es wieder nach Hause geht. Manchmal sind es genau diese einfachen Momente, an die sich Kinder später am liebsten erinnern.

 

Fazit

Kinder brauchen draußen oft viel weniger Beschäftigung, als wir Erwachsenen manchmal denken. Häufig sind es gerade die einfachen Dinge, die am längsten spannend bleiben: ein besonderer Stein, eine Ameise auf dem Weg, ein Stock oder eine Wolke am Himmel. Mit ein paar kleinen Impulsen entstehen daraus oft ganz von selbst Spiele, Entdeckungen und kleine Abenteuer. Das Schöne daran: Du musst dafür weder viel vorbereiten noch ständig neue Ideen liefern. Nicht jede Idee wird bei jedem Kind gleich gut funktionieren und das ist völlig normal. Manche Kinder möchten rennen und klettern, andere beobachten lieber Tiere oder sammeln Naturschätze. Mit der Zeit wirst du schnell merken, was dein Kind besonders begeistert. Am Ende geht es oft gar nicht darum, möglichst viel zu machen. Es geht darum, gemeinsam draußen Zeit zu verbringen, Neues zu entdecken und den Alltag für einen Moment etwas entspannter werden zu lassen.

 

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