Babyschlaf: Unsere Erfahrungen mit zwei Kindern
Babyschlaf: Was wir beim zweiten Kind komplett anders gemacht haben
Hinweis: In diesem Artikel teile ich ausschließlich unsere persönlichen Erfahrungen mit dem Babyschlaf unserer beiden Kinder. Jedes Baby ist anders und was für unsere Familie gut funktioniert hat, muss nicht automatisch auch für andere Familien passen.
Als unsere Tochter geboren wurde, wollte ich alles möglichst richtig machen. Gerade beim Thema Babyschlaf hatte ich das Gefühl, dass es für jedes Problem eine passende Lösung geben müsste. Also habe ich vieles ausprobiert, Ratschläge gelesen und mich oft gefragt, warum manches bei uns einfach nicht funktionieren wollte.
Heute, nach zwei Kindern, sehe ich vieles ganz anders.
Unsere Tochter und unser Sohn waren von Anfang an völlig unterschiedlich. Was bei unserer Tochter gut geklappt hat, funktionierte bei unserem Sohn überhaupt nicht und umgekehrt. Gleichzeitig haben wir beim zweiten Kind einige Dinge ganz bewusst anders gemacht, weil wir aus unseren Erfahrungen gelernt hatten.
Rückblickend würde ich mir selbst als frischgebackene Mama vor allem eines wünschen: weniger Druck. Ich habe irgendwann verstanden, dass es beim Babyschlaf nicht den einen richtigen Weg gibt. Manche Babys schlafen problemlos im Kinderwagen ein, andere möchten nur getragen werden. Manche brauchen viel Nähe, andere schlafen am liebsten ganz in Ruhe ein. Und all das ist völlig normal.
In diesem Artikel möchte ich unsere Erfahrungen mit dem Tag- und Nachtschlaf unserer beiden Kinder teilen. Ich erzähle, was für uns gut funktioniert hat, wo wir an unsere Grenzen gekommen sind und welche Dinge wir beim zweiten Kind ganz bewusst anders gemacht haben. Vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Situation wieder und nimmst aus unseren Erfahrungen etwas mit, das euren Familienalltag ein kleines Stück entspannter macht.
Tagschlaf – unser größtes Thema beim ersten Kind
Wenn ich an die erste Zeit mit unserer Tochter zurückdenke, war der Tagschlaf mit Abstand unsere größte Herausforderung. Schon nach wenigen Wochen wurde klar, dass sie ganz eigene Vorstellungen davon hatte, wie sie einschlafen wollte.
Das Einschlafen beim Trinken bzw. Stillen war für uns keine Möglichkeit. Aus gesundheitlichen Gründen bekam unsere Tochter die Flasche. Vor jedem Tagschlaf trank sie ihre Milch und war satt. Das viele Weinen hatte also nichts mit Hunger zu tun, sondern damit, dass ihr das Einschlafen selbst unglaublich schwerfiel. Einen Schnuller wollte sie partout nicht akzeptieren. Wir haben es immer wieder versucht, aber sie spuckte ihn sofort wieder aus oder fing noch mehr an zu weinen.
Auch der Kinderwagen war für sie überhaupt keine Hilfe. Ich hatte mir vorgestellt, gemütlich mit ihr spazieren zu gehen und dass sie dabei irgendwann einschlafen würde. Stattdessen fing sie meistens schon nach kurzer Zeit an zu schreien und beruhigte sich erst wieder, wenn ich sie herausnahm. Auch in der Trage fühlte sie sich nicht wohl.
Letztendlich gab es eigentlich nur eine Möglichkeit, wie sie tagsüber einschlafen konnte: Ich trug sie im Arm oder über meine Schulter, lief mit ihr durch die Wohnung und schaukelte sie hin und her. Oft dauerte das eine ganze Weile und nicht selten weinte sie dabei, bis sie schließlich einschlief. Das Ganze wiederholte sich drei- bis viermal am Tag und war sowohl körperlich als auch emotional ziemlich anstrengend, oft weinte ich mit ihr.
Zum Glück ließ sie sich nach dem Einschlafen meistens gut in ihr Bett legen. Das war für mich jedes Mal eine kleine Erleichterung, denn so konnte ich wenigstens kurz durchatmen oder ein paar Dinge im Haushalt erledigen.
Spaziergänge mit Kinderwagen waren in dieser Zeit allerdings kaum möglich. Während ich bei anderen Müttern oft sah, wie sie stundenlang mit ihren schlafenden Babys unterwegs waren, sah unser Alltag ganz anders aus. Manchmal habe ich mich gefragt, warum das bei uns einfach nicht funktionieren wollte und ob wir vielleicht etwas falsch machten.
Heute weiß ich, dass unsere Tochter einfach kein Kinderwagen-Baby war. Damals wusste ich das noch nicht und habe mich oft mit anderen Familien verglichen. Rückblickend hätte ich mir damit viel Druck ersparen können.
Was ich damals gerne früher gewusst hätte
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, gibt es einige Dinge, die ich meinem früheren Ich gerne gesagt hätte.
Vor allem hätte ich mir gewünscht zu wissen, dass nicht jedes Baby gerne im Kinderwagen oder in der Trage schläft. Damals dachte ich, wir müssten nur den richtigen Zeitpunkt finden oder es oft genug ausprobieren. Heute weiß ich, dass manche Babys den Kinderwagen einfach nicht mögen. Unsere Tochter gehörte dazu und das war völlig in Ordnung.
Auch das Thema frische Luft hat mich damals beschäftigt. Ich hatte oft das Gefühl, dass wir jeden Tag lange spazieren gehen müssten, weil man das überall hört oder bei anderen Familien sieht. Dabei war jeder Spaziergang für uns eher stressig als entspannend. Unsere Tochter weinte fast die ganze Zeit, sodass ich sie dann getragen habe und ich kam meist erschöpfter nach Hause, als ich losgegangen war.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass frische Luft nicht unbedingt einen langen Spaziergang bedeuten muss. Oft saßen wir einfach eine Weile auf dem Balkon oder öffneten zuhause die Fenster weit. Das war für uns deutlich entspannter und unsere Tochter war dabei viel zufriedener.
Rückblickend glaube ich, dass ich mich damals viel zu oft mit anderen Familien verglichen habe. Wenn ich andere Eltern mit schlafenden Babys im Kinderwagen oder in der Trage sah, fragte ich mich automatisch, warum das bei uns nicht funktionierte. Heute weiß ich, dass jedes Baby ganz unterschiedlich ist und dass Vergleiche selten helfen.
Deshalb würde ich frischgebackenen Eltern heute vor allem eines mitgeben: Der Alltag muss nicht so aussehen wie bei anderen Familien. Wenn euer Baby nur schreiend einschläft, nur auf dem Arm einschläft oder Spaziergänge im Kinderwagen nicht funktionieren, heißt das nicht, dass ihr etwas falsch macht. Solange ihr einen Weg findet, der für euch und euer Baby gut funktioniert, ist das völlig in Ordnung.
Beim zweiten Kind war alles anders
Als unser Sohn geboren wurde, dachte ich ehrlich gesagt, dass wir nun schon etwas Erfahrung hätten. Schließlich hatten wir das alles schon einmal erlebt. Doch schon nach kurzer Zeit wurde klar: Auch diesmal konnten wir keine langen Spaziergänge machen. Genau wie seine große Schwester wollte auch unser Sohn einfach nicht in den Kinderwagen. Sobald ich ihn hineinlegte, wurde er schnell unruhig oder fing an zu weinen.
Der große Unterschied war allerdings die Trage. Während unsere Tochter auch die Trage überhaupt nicht mochte, liebte unser Sohn sie von Anfang an. Dort fühlte er sich sicher und schlief oft innerhalb weniger Minuten ein.
Was allerdings überhaupt nicht funktionierte, war das Ablegen. Sobald ich versuchte, ihn vorsichtig in sein Bett zu legen, war er meistens sofort wieder wach. Ich habe wirklich vieles ausprobiert. Ich habe besonders langsam abgelegt, gewartet, bis er ganz tief schlief, und sogar einen Kinderwagenwackler ausprobiert. Immer wieder hoffte ich, dass diesmal vielleicht etwas funktionieren würde.
Irgendwann habe ich aufgehört, ständig nach der perfekten Lösung zu suchen. Unser Sohn wollte einfach Körperkontakt. Also habe ich ihn nahezu durch sein erstes Lebensjahr getragen. Das wurde natürlich mit zunehmendem Körpergewicht immer anstrengender und auch an heißen Tagen war es einfach unglaublich kräftezehrend. Aber ich habe es einfach akzeptiert und dadurch wurde es für mich innerlich viel entspannter. Ich musste nicht mehr ständig überlegen, welche Methode wir noch ausprobieren könnten oder warum andere Babys scheinbar problemlos abgelegt werden konnten.
Heute weiß ich, dass manche Babys einfach mehr Nähe brauchen als andere. Das bedeutet nicht, dass man etwas falsch macht. Es bedeutet nur, dass jedes Kind seine eigenen Bedürfnisse hat und manchmal ist Akzeptanz hilfreicher als der zehnte Tipp aus dem Internet.

Unser Sohn hat ca. 1,5 Jahre ausschließlich in der Trage seine Tagschläfchen gemacht.
Auch der Tagschlaf verändert sich irgendwann
Zum Glück bleibt beim Babyschlaf nicht alles für immer gleich. Nach ein paar Monaten akzeptierte unsere Tochter doch noch den Schnuller. Das machte den Tagschlaf für uns deutlich einfacher. Sie ließ sich nun häufig auf dem Arm oder sogar im Kinderwagen im Wohnzimmer in den Schlaf schieben und das ohne Weinen. Das war eine große Erleichterung.
Bei unserem Sohn veränderte sich der Tagschlaf dagegen erst mit ca. eineinhalb Jahren. Ab dann schlief er meist auf meinem Arm ein und er ließ sich auch ablegen. Oder er machte tagsüber auch gar keinen Mittagsschlaf mehr.
Früher hätte mich das wahrscheinlich sehr verunsichert. Ich hätte überlegt, ob wir noch eine Runde mit dem Auto fahren oder irgendeinen anderen Trick ausprobieren sollten, damit er doch noch einschläft. Genau das haben wir bei unserer Tochter tatsächlich eine Zeit lang gemacht. Wenn sie tagsüber einfach nicht einschlafen wollte, sind wir manchmal mit dem Auto losgefahren, weil wir hofften, dass sie dort einschlafen würde.
Bis meine Mutter irgendwann ganz trocken zu uns sagte: „Was betreibt ihr da eigentlich für einen Aufwand?“ Dieser Satz ist mir bis heute im Kopf geblieben. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr musste ich ihr recht geben. Wir hatten so viel Energie darauf verwendet, den Schlaf unbedingt herbeizuführen, dass wir uns selbst unnötig unter Druck gesetzt haben.
Heute sehen wir das viel entspannter. Unsere Kinder schlafen tagsüber dann, wenn sie zuhause auf dem Arm oder im Bett einschlafen können. Und wenn es an einem Tag einfach nicht klappt, dann ist das eben so. Natürlich gibt es Tage, an denen ein müdes Kind auch mal quengelig ist. Trotzdem versuchen wir nicht mehr krampfhaft, mit immer neuen Ideen den perfekten Mittagsschlaf zu erzwingen. Für uns funktioniert es besser, den Tag so anzunehmen, wie er gerade ist.
Rückblickend hat uns genau diese Gelassenheit wahrscheinlich mehr geholfen als jeder noch so gut gemeinte Schlaftipp.

Irgendwann schlief unsere Tochter ohne Weinen (mit Schnuller) ein und sogar im Kinderwagen. Frische Luft gab es dann auf dem Balkon.
Nachtschlaf – das hat bei unserer Tochter erstaunlich gut funktioniert
Während uns der Tagschlaf oft an unsere Grenzen brachte, war der Nachtschlaf bei unserer Tochter überraschenderweise von Anfang an viel unkomplizierter.
Schon früh haben wir versucht, jeden Abend möglichst ähnlich zu gestalten. Unsere Abendroutine bestand aus Umziehen, Zähne putzen, gemeinsam ein Buch anschauen oder vorlesen und anschließend ins Bett gehen. Diese Reihenfolge hat sich für uns schnell bewährt und wurde mit der Zeit zu einem festen Bestandteil unseres Abends.
In den ersten drei Monaten bin ich jeden Abend gemeinsam mit unserer Tochter schlafen gegangen. Während sie dann schlief, lag ich einfach neben ihr im Bett und beschäftigte mich noch etwas mit meinem Handy, bis ich selbst müde wurde. Für uns fühlte sich das damals nach der entspanntesten Lösung an.
Nachdem das Beistellbett zu klein wurde, schlief unsere Tochter in einem Gitterbett, das direkt neben unserem Elternbett stand. Zum Einschlafen nahm ich sie auf den Arm, setzte mich auf unser Bett und schaukelte sie dort in den Schlaf. Das Einschlafen selbst funktionierte meistens gut. Schwieriger war allerdings das Ablegen. Manchmal ließ sie sich problemlos in ihr Bett legen, manchmal wurde sie dabei wieder wach und wir mussten noch einmal von vorne beginnen. Trotzdem empfanden wir den Nachtschlaf insgesamt als deutlich entspannter als den Tagschlaf.
Rückblickend gab es aber eine Sache, die wir beim zweiten Kind ganz bewusst verändert haben und die unseren Abend für alle noch einmal deutlich einfacher gemacht hat.
Das haben wir beim zweiten Kind anders gemacht
Als unser Sohn geboren wurde, haben wir uns noch einmal an die ersten Monate mit unserer Tochter erinnert. Dabei fiel uns auf, dass uns das Einschaukeln auf dem Arm und das anschließende vorsichtige Ablegen jeden Abend ziemlich viel Kraft gekostet hatte.
Deshalb wollten wir diesmal etwas ausprobieren, das für uns einfacher war. Anstatt unseren Sohn auf dem Arm in den Schlaf zu schaukeln und anschließend abzulegen, habe ich mich von Anfang an gemeinsam mit ihm ins Bett gelegt. Wir haben gekuschelt und er ist direkt neben mir eingeschlafen. Für uns war das eine riesige Erleichterung.
Auch körperlich war das für mich viel angenehmer. Das lange Schaukeln auf dem Arm hatte mich beim ersten Kind oft belastet und ging irgendwann ganz schön auf den Rücken. Beim zweiten Kind fiel diese Belastung fast komplett weg.
Natürlich bedeutete das auch diesmal, dass ich in den ersten Monaten wieder früh mit ins Bett gegangen bin. Das war für uns aber völlig in Ordnung. Während unser Sohn schlief, konnte ich noch ein bisschen am Handy lesen oder einfach zur Ruhe kommen, bevor ich selbst eingeschlafen bin.
Rückblickend war das eine der größten Veränderungen, die wir beim zweiten Kind gemacht haben. Für unsere Familie war dieser Weg deutlich entspannter und hat den Abend für alle ruhiger werden lassen.
Ob das für jede Familie die passende Lösung ist, lässt sich natürlich nicht pauschal sagen. Für uns hat es den entscheidenden Unterschied gemacht, dass das Ablegen komplett wegfiel und damit auch ein großer Teil des abendlichen Stresses.
Was uns nachts besonders geholfen hat
Mit der Zeit haben wir für uns ein paar Dinge gefunden, die die Nächte deutlich entspannter gemacht haben. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie für jede Familie passen.
- Nachts kein helles Licht: Wenn eines unserer Kinder nachts wach geworden ist, haben wir bewusst kein helles Licht angemacht. Stattdessen blieb das Zimmer möglichst dunkel. Wir hatten das Gefühl, dass unsere Kinder dadurch viel schneller wieder zur Ruhe fanden und gar nicht erst richtig wach wurden.
- Ein rotes Nachtlicht: Wenn wir nachts doch etwas Licht brauchten, nutzten wir ein kleines rotes Nachtlicht. Außerdem empfanden wir das warme, gedämpfte Licht selbst als viel angenehmer als eine normale Lampe mitten in der Nacht.
- Nachts möglichst nicht aufstehen: Außerdem sind wir nachts bei Wachphasen möglichst im Bett geblieben. Natürlich gab es Situationen, in denen das nicht ging. Aber wenn eines unserer Kinder einfach nur wach war und wieder einschlafen musste, sind wir nicht mit ihm durch die Wohnung gelaufen. Stattdessen haben wir gemeinsam im Bett gekuschelt, beruhigt oder einfach abgewartet. Mitten in der Nacht übermüdet mit einem Baby auf dem Arm durch die Wohnung zu laufen, fühlte sich für uns nie richtig an. Gerade in den ersten Wochen, wenn der Schlaf ohnehin sehr wenig ist, fanden wir es angenehmer und auch sicherer, möglichst im Bett zu bleiben. Manchmal lagen wir nachts eben eine Weile wach aber das war für uns trotzdem die entspanntere Lösung.
- Keine Einschlafgewohnheiten, die wir auf Dauer nicht hätten durchhalten können: Gerade beim ersten Kind hört oder liest man unzählige Tipps, wie Babys am besten einschlafen. Manche Eltern schaukeln auf einem Pezziball, andere laufen stundenlang mit ihrem Baby durch die Wohnung oder tragen es bei jedem Einschlafen über längere Zeit auf dem Arm. Natürlich funktioniert das bei manchen Familien wunderbar. Für uns war aber wichtig, gerade nachts möglichst keine Einschlafgewohnheiten einzuführen, von denen wir schon wussten, dass wir sie wahrscheinlich über viele Monate nicht durchhalten könnten. Deshalb haben wir versucht, unsere Kinder möglichst dort zu begleiten, wo sie später auch weiterschlafen sollten. Das hat unseren Alltag deutlich entspannter gemacht und wir mussten nachts nicht überlegen, ob wir jetzt wieder eine bestimmte Einschlafhilfe brauchen.
Zwei Kinder gleichzeitig ins Bett bringen – unsere größte Umstellung
Als unser Sohn geboren wurde, mussten wir plötzlich nicht mehr nur ein Kind ins Bett begleiten, sondern zwei. Und ehrlich gesagt war das am Anfang deutlich schwieriger, als wir gedacht hatten.
Unsere Tochter schlief damals bereits in ihrem eigenen Kinderzimmer. Deshalb habe ich sie abends wie gewohnt dort in den Schlaf begleitet, während mein Mann bei unserem Sohn blieb. Das Problem war allerdings, dass unser Sohn in dieser Zeit oft zu mir wollte. Also saß ich nicht selten mit ihm auf dem Arm im Bett unserer Tochter, während sie einschlief. Wirklich entspannt war das für keinen von uns.
Auch nachts merkten wir schnell, dass unsere Aufteilung nicht gut funktionierte. Meine Tochter wurde manchmal wach und rief nach mir. Mein Mann hörte sie im Wohnzimmer, wo er damals schlief, nicht immer sofort. Ich selbst konnte aber auch nicht einfach aufstehen, weil ich z. B. unseren Sohn gerade stillte. Irgendwann wurde uns klar, dass wir etwas verändern mussten.
Also haben wir unsere Schlafsituation komplett umgestellt. Seitdem schläft mein Mann nachts im Kinderzimmer unserer Tochter. Ich schlafe gemeinsam mit beiden Kindern im Zimmer unseres Sohnes. Dort steht neben seinem Kinderbett bereits das spätere Kinderbett, das wir vorübergehend für unsere Tochter nutzen. Ich selbst schlafe auf einem Gästebett, das ebenfalls im Zimmer steht.
So bin ich nachts für beide Kinder da, ohne zwischen verschiedenen Zimmern hin- und herlaufen zu müssen. Wenn eines der Kinder wach wird, kann ich direkt reagieren und beide fühlen sich gut begleitet.
Auch das gemeinsame Ins-Bett-Bringen läuft seitdem viel entspannter ab. Unsere Abendroutine ist jeden Tag nahezu gleich. Zuerst ziehen wir die Schlafsachen an, anschließend werden die Zähne geputzt und danach lesen wir gemeinsam noch ein Buch. Erst dann legen wir uns gemeinsam ins Bett. Wenn die Kinder schlafen, stehe ich wieder auf, bis ich dann selbst schlafen gehe.
Für unsere Familie funktioniert diese Lösung inzwischen richtig gut. Natürlich wird sich unsere Schlafsituation mit zunehmendem Alter der Kinder wieder verändern. Aber im Moment ist genau das der Weg, der uns die meisten ruhigen Abende und Nächte ermöglicht. Und Schlaf ist so unglaublich wichtig.
Rückblickend haben wir gelernt, dass es manchmal völlig in Ordnung ist, Gewohnheiten wieder zu verändern. Nur weil eine Lösung anfangs sinnvoll erschien, muss sie nicht dauerhaft die beste bleiben. Für uns war es die richtige Entscheidung, unseren Alltag an die Bedürfnisse unserer Kinder anzupassen und nicht umgekehrt.
Wenn ich meinem früheren Ich heute einen Rat geben könnte
Wenn ich heute noch einmal ganz am Anfang mit unserer Tochter stehen würde, würde ich mir selbst vor allem eines wünschen: mehr Gelassenheit.
Ich würde nicht ständig überlegen, warum andere Babys friedlich im Kinderwagen schlafen und unseres nicht. Ich würde nicht nach jeder neuen Einschlafmethode suchen oder denken, dass wir etwas falsch machen, nur weil unser Alltag anders aussah als der anderer Familien.
Heute weiß ich, dass jedes Baby anders schläft. Unsere Aufgabe war nie, den perfekten Schlaf zu finden. Unsere Aufgabe war es, einen Weg zu finden, der zu unserer Familie passt.
Auch ich bin nachts manchmal an meine Grenzen gekommen. Es gab Nächte, in denen eines oder sogar beide Kinder lange wach waren und ich irgendwann einfach nicht mehr konnte. Dann habe ich meinen Mann geweckt, ihm die Kinder gegeben und bin für ein paar Minuten aus dem Zimmer gegangen. Nicht, weil ich keine Geduld mehr hatte oder eine schlechte Mama war, sondern weil ich kurz durchatmen und mich selbst wieder beruhigen musste. Diese wenigen Minuten haben oft gereicht, damit ich anschließend wieder mit neuer Ruhe zu unseren Kindern zurückgehen konnte.
Ich glaube, darüber wird viel zu selten gesprochen. Dabei gehören solche Momente für viele Eltern dazu. Niemand muss jede schwierige Nacht ganz alleine schaffen.
Auch als Paar mussten wir uns neu organisieren. Seit unser Sohn geboren wurde, haben mein Mann und ich tatsächlich keine einzige Nacht mehr gemeinsam in unserem Elternbett geschlafen. Manchmal vermissen wir diese gemeinsame Zeit natürlich. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass diese Phase nicht für immer bleibt. Nur durch unsere jetzige Schlafsituation bekommt jeder möglichst viel Schlaf und das ist uns sehr wichtig.
Unsere Kinder werden jeden Tag ein kleines Stück größer. Irgendwann werden sie alleine einschlafen, irgendwann werden sie ihre eigenen Betten gar nicht mehr mit uns teilen wollen und irgendwann werden mein Mann und ich wieder gemeinsam in unserem Schlafzimmer schlafen.
Gerade in anstrengenden Nächten hilft mir dieser Gedanke oft. Denn so lang sich diese Zeit manchmal auch anfühlt, sie ist nur ein kleiner Abschnitt unseres Familienlebens.
Wenn ich aus den letzten Jahren mit zwei Kindern eine einzige Erkenntnis mitgenommen habe, dann diese: Es gibt beim Babyschlaf nicht den einen richtigen Weg. Es gibt nur den Weg, der für die eigene Familie funktioniert.