Weniger Spielzeug-Chaos zuhause

Spielsachen überall? Wie wir unser Zuhause etwas ruhiger gemacht haben
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass bei uns ständig irgendwo Spielsachen herumlagen. Im Wohnzimmer lagen Bausteine neben Kuscheltieren, auf dem Tisch standen Bastel- und Malsachen und irgendwo dazwischen wurde schon das nächste Spiel angefangen, während ich versuchte, den Tisch für das Abendessen zu decken. Dabei hatten unsere Kinder eigentlich mehr als genug Spielsachen. Eher zu viele. Nach Weihnachten oder Geburtstagen kamen oft noch neue Dinge dazu und irgendwann hatten wir das Gefühl, dass einfach alles gleichzeitig sichtbar war.
Das Problem war dabei nicht die Menge an Spielzeug selbst. Vieles wurde nur kurz angeschaut, ein paar Minuten bespielt und dann sofort durch etwas Neues ersetzt. Kaum war eine Sache interessant, fiel der Blick schon auf die nächste. Dadurch wirkte das Wohnzimmer oft unruhig, selbst direkt nach dem Aufräumen.
Und ehrlich gesagt hat uns das irgendwann selbst gestresst. Nicht nur wegen der Unordnung, sondern auch wegen der vielen Reize. Überall lag etwas herum, überall musste etwas weggeräumt werden und ständig standen angefangene Spiele im Raum. Irgendwann hatten wir deshalb das Gefühl, dass uns die vielen sichtbaren Spielsachen im Alltag eher stressen als helfen. Nicht, weil Kinder kein Spielzeug brauchen. Sondern weil einfach zu viel gleichzeitig verfügbar war.
Als wir schließlich begannen, einen Teil der Spielsachen aus dem Wohnzimmer auszulagern, wollten wir eigentlich nur etwas mehr Ordnung schaffen. Dass sich dadurch auch das Spielen verändern würde, hatten wir gar nicht erwartet. Nach einiger Zeit merkten wir aber, dass unsere Kinder plötzlich länger mit einzelnen Spielsachen spielten. Dinge, die vorher wochenlang kaum beachtet wurden, waren auf einmal wieder interessant. Gleichzeitig wurde deutlich weniger zwischen verschiedenen Spielsachen hin- und hergewechselt.
Natürlich klappt das nicht immer. Manchmal wird auch heute noch alles gleichzeitig ausgeräumt. Insgesamt haben wir aber das Gefühl, dass weniger sichtbare Spielsachen für deutlich mehr Ruhe sorgen sowohl beim Spielen als auch im Raum selbst. Auch für uns als Eltern fühlt sich das Wohnzimmer seitdem deutlich entspannter an. Nicht, weil weniger gespielt wird, sondern weil nicht mehr ständig alles gleichzeitig sichtbar ist.
Was wir zuhause verändert haben:
1. Weniger Spielsachen im Wohnzimmer
Eine der größten Veränderungen war bei uns, dass nicht mehr alle Spielsachen dauerhaft im Wohnzimmer stehen. Die Kinderzimmer in unserer Wohnung sind relativ klein und unsere Kinder spielen noch nicht alleine dort. Deshalb findet der Alltag hauptsächlich im Wohnzimmer statt und irgendwann befanden sich dort auch die meisten Spielsachen.
Wir haben deshalb einen großen Schrank im Flur aufgebaut und dort einen Teil der Spielsachen untergebracht. Die Spielsachen sind nach Alter sortiert und kleinere Dinge bewahren wir in durchsichtigen Kisten auf. Dadurch befindet sich heute deutlich weniger Spielzeug dauerhaft im Wohnzimmer. Wir tauschen die Spielsachen regelmäßig aus und die Kinder können sich bei Bedarf trotzdem selbst etwas aus dem Schrank holen. Abends räumen wir dann gemeinsam möglichst vieles wieder zurück.
Der Schrank war für uns wahrscheinlich die größte Veränderung überhaupt. Vorher standen viele Spielsachen ständig sichtbar im Wohnzimmer. Heute sind sie zwar noch da, aber eben nicht mehr alle gleichzeitig. Besonders spannend fanden wir, dass viele Spielsachen dadurch wieder interessanter wurden. Dinge, die vorher wochenlang kaum beachtet wurden, wurden plötzlich wieder begeistert herausgeholt. Wahrscheinlich einfach deshalb, weil nicht ständig alles gleichzeitig verfügbar war.
Natürlich liegen auch heute noch Spielsachen herum. Der Unterschied ist eher, dass das Wohnzimmer insgesamt deutlich ruhiger wirkt. Für uns fühlt es sich wieder mehr wie ein gemeinsamer Wohnraum an und nicht wie ein dauerhaftes Spielzimmer.
So sieht zum Beispiel unser Spielschrank im Flur aus (wir überlegen noch, die passenden Türen dazu zu kaufen):

2. Körbe statt kleine Einzelteile überall
Was uns im Alltag ebenfalls sehr geholfen hat, waren große Körbe und einfache Aufbewahrungsboxen. Gerade kleinere Spielsachen lagen vorher ständig verteilt im Wohnzimmer herum. Selbst wenn eigentlich gar nicht so viel herumlag, wirkte der Raum dadurch schnell unruhig.
Heute sammeln wir viele Spielsachen einfach in größeren Körben. Das macht das Aufräumen deutlich unkomplizierter, weil nicht jedes Teil seinen perfekten Platz haben muss. Unsere Kinder können vieles selbst wegräumen und wir müssen nicht ständig alles einzeln sortieren.
Außerdem haben wir versucht, offene Regale nicht mehr komplett zu füllen. Früher standen dort Autos, Puzzle, Figuren, Bastelsachen und vieles mehr dicht nebeneinander. Mittlerweile lassen wir bewusst etwas mehr freien Platz. Allein dadurch wirkt das Wohnzimmer für uns deutlich ruhiger und weniger überladen.
Besonders praktisch finden wir offene Körbe, weil sie im Alltag schnell genutzt werden können. Manchmal sind es genau solche kleinen Veränderungen, die das Aufräumen deutlich entspannter machen.

3. Spielsachen nach Bereichen sortieren
Was ebenfalls gut funktioniert hat, war eine etwas klarere Aufteilung der Spielsachen. Statt alles bunt zu mischen, haben wir ähnliche Dinge zusammengefasst.
Zum Beispiel:
- Bausachen an einem Ort (in einer großen Box)
- Bastelsachen gesammelt in Rollcontainern
- Bücher zusammen in einem Bücherregal
- Rollenspiel-Sachen in einem eigenen Korb
Dadurch finden die Kinder vieles schneller wieder und auch das Aufräumen fällt uns leichter. Besonders hilfreich war für uns eine kleine Bastel- und Malecke im Wohnzimmer. Unsere Tochter hat dort einen kleinen Schreibtisch und ihre Bastelsachen direkt griffbereit im Rollcontainer. Ihr kleiner Bruder kommt noch nicht an den Schreibtisch heran, sodass sie dort in Ruhe malen, schneiden oder basteln kann. Sie verbringt dort oft erstaunlich viel Zeit. Während ihr kleiner Bruder durchs Wohnzimmer läuft oder spielt, sitzt sie an ihrem Tisch und beschäftigt sich mit ihren eigenen Projekten. Das klappt natürlich nicht jeden Tag gleich gut, aber insgesamt hat uns diese kleine Ecke den Alltag deutlich erleichtert.
Falls dein Kind auch gerne bastelt, habe ich dir hier unsere liebsten Bastelideen zusammengestellt:
Hilfreiche Dinge, die uns wirklich geholfen haben
Wir haben festgestellt, dass es oft nicht die perfekten Aufbewahrungssysteme sind, die den größten Unterschied machen. Bei uns haben vor allem große Körbe, ein übersichtliches Bücherregal und unser Spielschrank im Flur geholfen. Die Kinder können vieles selbst erreichen und auch leichter wieder aufräumen. Gleichzeitig wirkt das Wohnzimmer deutlich ruhiger, weil nicht ständig überall kleine Einzelteile herumliegen.
Besonders praktisch finden wir große Körbe oder . Spielzeugkisten*. Darin verschwinden Spielsachen deutlich schneller als in komplizierten Sortiersystemen und auch Kinder können vieles selbst wieder wegräumen. Gut funktioniert haben bei uns außerdem niedrige Regale, sodass die Kinder ihre Spielsachen selbst sehen und erreichen können. Dadurch bleibt vieles übersichtlicher und die Kinder können eigenständiger spielen.
Überraschend viel verändert hat bei uns auch ein Bücherregal,*, bei dem die Bücher mit dem Cover nach vorne sichtbar stehen. Seitdem greifen unsere Kinder deutlich häufiger selbst zu Büchern, weil sie direkt sehen können, was sie interessiert.

Für die Bastel- und Malecke unserer Tochter hat sich außerdem ein Rollcontainer* bewährt. Dadurch sind Stifte, Papier und Bastelmaterial schnell griffbereit und gleichzeitig nach dem Basteln wieder leicht verstaut.
Auch feste Spielbereiche oder Spielmatten können helfen, den Raum etwas klarer zu strukturieren. Dadurch verteilt sich oft weniger gleichzeitig im ganzen Wohnzimmer und Kinder haben trotzdem genug Platz zum Spielen.
So sieht es heute bei uns aus
Natürlich ist unser Zuhause seitdem nicht plötzlich immer ordentlich. Hier wird immer noch gespielt, gebaut, gebastelt und manchmal auch alles gleichzeitig ausgeräumt. Abends liegt oft trotzdem noch etwas herum und ehrlich gesagt gehört das mit Kindern einfach dazu. Der Unterschied ist eher, dass sich unser Zuhause heute deutlich ruhiger anfühlt als früher. Besonders das Wohnzimmer wirkt für uns weniger überladen. Nicht perfekt aufgeräumt, sondern einfach entspannter.
Auch das Aufräumen selbst hat sich verändert. Früher hatten wir oft das Gefühl, den ganzen Tag nur Spielsachen von einer Ecke in die andere zu räumen. Heute verteilt sich weniger gleichzeitig im Raum und vieles lässt sich schneller wieder verstauen.
Uns ist außerdem aufgefallen, dass unsere Kinder oft länger bei einzelnen Spielsachen bleiben. Manche Dinge, die vorher wochenlang kaum beachtet wurden, werden plötzlich wieder interessant. Das hat uns gezeigt, dass Kinder oft gar nicht ständig Neues brauchen, sondern manchmal einfach etwas mehr Ruhe und Übersicht beim Spielen.
Fazit
Weniger sichtbare Spielsachen haben bei uns nicht für perfekte Ordnung gesorgt, aber für deutlich mehr Ruhe im Alltag. Unsere Kinder spielen oft konzentrierter, das Wohnzimmer wirkt weniger überladen und wir selbst müssen nicht mehr ständig überall gleichzeitig aufräumen.
Dabei geht es für uns nicht um Minimalismus oder darum, möglichst wenig zu besitzen. Es geht einfach darum, dass sich unser Zuhause mit Kindern etwas übersichtlicher und entspannter anfühlt. Oft reichen schon ein paar kleine Veränderungen, um im Familienalltag einen großen Unterschied zu merken.
Falls du noch mehr hilfreiche Tipps für den Familienalltag suchst, dann schau mal hier:
Falls du auf der Suche nach neuen Beschäftigungsideen für dein Kind bist, dann findest du vielleicht hier etwas Passendes:
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